Wer kennt ihn nicht den Winterblues. Wenn die langen Tage immer grauer werden und scheinbar nie mehr enden wollen, dann hilft nur eines: Verantwortung übernehmen und sich aktiv für die Lebensfreude entscheiden.
Wir sind den kalten, grauen Tagen nicht ausgeliefert. Sie sind das, was wir daraus machen. Mein Rezept: Handtuch schnappen, eine warme Tasse Kaffee mitnehmen und ab zum Fuschlsee. Der Sprung ins kalte Wasser bringt mich sofort ins Hier und Jetzt. Ich konzentriere mich auf meine Atmung, spüre das kalte Wasser auf der Haut und nehme die winterliche Ruhe rund um den See ganz bewusst wahr.
Jedes Mal kostet es Überwindung, am Ufer zu stehen und ins kalte Wasser zu gehen. Die Frage ist immer dieselbe: „Willst du das jetzt wirklich tun?“ Doch sobald ich den Kopf ausschalte und hineingehe, ist die Antwort klar. Reingehen. Durchatmen. Genießen.
Winterbaden erinnert mich daran, dass man oft mehr schaffen kann, als man sich selbst zutraut. Der Schritt ins kalte Wasser zeigt mir jedes Mal: „Ich kann, wenn ich will!“ Gleichzeitig lasse ich Gedanken, Sorgen und Alltagsstress für einen Moment hinter mir und konzentriere mich auf das Wesentliche.
Der eigentliche Grund, warum ich Winterbaden gehe, ist das Gefühl danach. Ich fühle mich wach, energiegeladen und voller Lebensfreude. Die Kälte fordert den Körper heraus, belohnt aber mit einem Gefühl von Klarheit und Lebendigkeit. Und genau deshalb komme ich immer wieder zurück an den Fuschlsee.
Schon gewusst? Wenn man 3 Minuten am Stuck hüpft, überzeugen Sie Ihr Gehirn davon, dass Sie glücklich sind. Von Ihrem inneren Ort der Freude gelingt es viel leichter, über den Tag verteilt die eigenen Emotionen zu regulieren. Das Winterbaden im Fuschlsee hat für mich einen ähnlichen Effekt. Probieren Sie es doch einfach aus! Hier finden Sie ein paar persönliche Tipps zum Winterbaden am Fuschlsee.
Beim Winterbaden muss man immer auf den eigenen Körper hören! Langsam testen, was funktioniert für mich am besten? Sie sind sich unsicher, wie Ihr Körper auf die Kälte beim Winterbaden reagieren wird? Bringen Sie ihre Freunde als Begleitung mit! Und es gilt immer der Grundsatz: Safety first!
Wenn Sie Probleme mit dem Kreislauf oder dem Herz haben, sich krank fühlen oder gewisse Vorerkrankungen bekannt sind, dann sprechen Sie sich vorab unbedingt mit Ihrem Arzt ab, ob Winterbaden für Sie gesundheitsbedingt geeignet ist.
Zum Winterbaden wählt man am besten ein "Platzerl", an dem man schnell ins tiefe Wasser kommt. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Steg mit Leiter. Darauf kann man rasch rein und genauso schnell wieder rausklettern. Je flacher der Einstieg ins Wasser ist, desto größer ist die Gefahr, dass man das Gefühl in den Zehen verliert, das kann beim Socken anziehen ganz schön gefinkelt werden.
Sie haben es ins kalte Wasser geschafft? Gratulation! Achten Sie darauf, dass Sie immer am Ufer entlang schwimmen. So können Sie den See jederzeit verlassen, wenn es Ihnen zu kalt wird.
Legen Sie vor dem Winterbaden Ihre Sachen gleich so bereit, dass Sie schnell wieder in die kuschelig warme Kleidung schlüpfen können. Ein extra Handtusch oder eine Decke dienen als Unterlage zum Umziehen, sodass man nicht mit den nackten Füßen auf dem kalten Boden stehen muss. Diesen Luxus gönne ich mir.
Peppen Sie den grauen Alltag auf und verbinden Sie sich mit sich selbst und der Natur. Feiern Sie das Leben und hören Sie Ihren Lieblingssong!
Redakteurin: Anna Katharina Erhardt
Naturliebhaberin und leidenschaftliche Wing- und Windsurferin.
Die heimischen Seen kennt sie alle wie ihre Westentasche und auch sonst teilt sie ihre Leidenschaft und ihr Wissen zur Heimat gern.
Text: Melanie Deisl
Bildnachweise: Salzburger Land Tourismus; Anna K. Erhardt