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Handwerker kennen kein Burnout

Michael Ebner hat ein G’spür für Ambiente und Ästhetik. Das zeigen seine zahlreichen Kreationen, darunter einige Unikate. Die Liebe zur Holzverarbeitung spürt man, wenn man ihn in seiner kleinen Werkstatt dabei beobachten darf, wie er Hand an mitunter geschichtsträchtige Werkstoffe legt. Die Gestaltung von möglichst individuellen alpinen Stilelementen ist seine Leidenschaft. Darin sieht Meister Ebner übrigens auch eine Chance zur Positionierung von Hotel- und Tourismusbetrieben. Denn wenn alpine Hotels bald alle so aussehen, wie jedes zweite Wiener Stadthotel, dann läuft was falsch, meint er. Besuch bei einem Handwerker, der sich Gedanken macht.

Was hat eine Tischplatte aus brasilianischem Granit in einer Salzburger (Ferien-)Wohnung verloren? Wenn es nach Michael Ebner geht, ganz und gar nichts, denn „das ist im regionalen Kontext tote Materie und damit fehlplatziert“, erklärt er mir überzeugt, während seine Hände über eine von ihm sorgfältig verarbeitete Holztischplatte streifen. War es Birne oder Zwetschke, ich hab es mir nicht gemerkt. Aber jedes gute Stück Holz erzählt auch eine eigene Geschichte. Mut zur Regionalität und Konsequenz bei der Umsetzung rät er übrigens allen alpinen Hotelbetrieben, um sich damit über Ästhetik vom Mitbewerb zu differenzieren. Manche Leitbetriebe tun das ja schon, aber doch noch zu wenige. Die kleineren Tischlereien müssten auch nicht jedes Hotelzimmer gestalten, oft sind es auch Accessoires, die Freiraum für gestalterische Kreativität zulassen und einem Hotel eine frische Portion Pepp und Individualität verpassen. Wohnen auf Zeit, also übernachten, kann man bei Ebners in überschaubar vielen, sehr liebevoll gestalteten Zimmern und Ferienwohnungen. Dann nennt sich das Anwesen an der ansteigenden Seestrasse nicht mehr Tischlerei „Holz in Form“ sondern „Pension Bergblick“ und liegt in den Händen von Brigitte, Michaels Frau und Gastgeberin.

Zu viele Mitarbeiter dämpfen die Kreativität

Michaels Kreationen finden oft sogar den Weg ins benachbarte Ausland. So kommt es vor, dass Urlaubsgäste auf seine Arbeit aufmerksam werden und sich ein Stück Fuschler Handwerkskunst für die eigenen vier Wände ordern. Auch wenn Wartezeiten von bis zu 6 Monaten keine Seltenheit sind, für besondere Möbelstücke braucht es eine Portion Geduld und das Gefühl nach Verknappung steigert bekanntlich die Begehrlichkeit. Das macht Sinn und sichert ein gutes Überleben der Tischlerzunft abseits des rabattaggressiven furniermöbel-Universums schwedischer und sonstiger Systemanbieter. Sieht doch gleich besser aus!

Michael Ebner im Gespräch ©Daniel Gollner

Natürlich spricht er auch über das Branchen-Dilemma, also der Tatsache, dass junge, arbeitswillige Menschen nicht unbedingt in die Handwerksberufe drängen. Viele zum Teil auch schon handwerksaffine JungbürgerInnen sind zwar interessiert, aber wenn ein LKW-Fahrer (ohne das Berufsbild abwerten zu wollen), ein höheres Salär, als ein Handwerker einfahren kann, dann fehlt eben auch der Anreiz für eine Karriere mit Handwerkslehre. Beim eigenen Nachwuchs, also seinen beiden Söhnen, scheint die Nachfolge aber gesichert. Beide Ebner-Junioren besuch(t)en das Werkschulheim Felbertal, einer einzigartigen dualen Ausbildungsform. Ein Gymnasiums-Betrieb mit Handwerksausbildung im benachbarten Ebenau. Der Ältere der beiden geht durch eine sich anbahnende Mechatroniker-Ausbildung berufsbildspezifisch betrachtet zwar „verloren“, der redselige Jüngere hingegen, scheint gut in die Fußstapfen des Vaters zu passen.

Sommerfrische: Um 4 Uhr Früh auf den Frauenkopf, den Sonnenaufgang im Rücken

Die Werkstatt gibt dem Familienvater Kraft, wie wohl vielen, die ihre Arbeit als Berufung leben und lieben. Wenn es aber mal Ausgleich und Abstand zur Tischlerei braucht, dann findet Michael Ebner diese zuverlässig in der Dichtheit der Erlebnismöglichkeiten der Region Fuschlsee. „Die Besonderheiten dürfe man nicht nur den Touristen überlassen“, sagt er. Dieser Gabentisch ist am westlichen Zipfel des Salzkammerguts wahrlich reichlich gedeckt. Auch in dem Zusammenhang tritt der Tischlermeister energisch für Regionalität ein. Zum Beispiel die aktive Förderung kleinerer Wintersportstrukturen, wie dem benachbarten Skigebiet Gaissau-Hintersee, das klein und fein ist, aber nur überleben kann, wenn es genügend zahlende Gäste gibt, die eine Antithese zu den Saalbachs, Ischgls und Söldens schätzen.

Michael Ebner in seinem Element ©Gollner

Die Ebners haben dort Saisonkarten. Jeden Winter. Im Sommer hat es ihm der Faistenauer Schafberg angetan, denn dort oben bewirtschaftet seine Cousine eine kleine Almhütte, wo er immer wieder mal auf Krapfen oder Pofesen mit einem Glas frischer Milch einkehrt. Wer übrigens gerne mit dem Bergrad die Region erkundet, der ist im „Bergblick“ gut aufgehoben, denn Michael gibt seine (Touren-)Geheimtipps gerne an seine Gäste weiter.

Tischlerei Holz in Form
Herr Michael Ebner
Seestrasse 20
5330 Fuschl am See
Email: info@holzinform.at 
www.holzinform.at

Haus Bergblick (Wohnen beim Tischlermeister)
Frau Brigitte Ebner
(gleiche Anschrift wie Tischlerei)
Email: haus@bergblick.co.at
www.bergblick.co.at

#darumFuschlsee: Die Menschen dahinter

Wir sind stolz auf unsere Region. Auf die Natur, die Berge, Seen und Almen. Ganz besonders aber auf die Menschen, die entweder direkt im Gästekontakt stehen oder auch oft unbeachtet im Hintergrund agieren. Jeder von ihnen ist gleich wertvoll, weil er oder sie der Region Fuschlsee ein Gesicht gibt und den Charakter der Destination formt. Diese Menschen haben alle was zu sagen. Und das tun sie hier.