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Die Brandstätters. Wirtsleut’ seit 1400.

Gerti und Johannes Brandstätter führen die „Taverne zu Prunn“ seit 2001 als kleines, feines Wirtshaus, das sich einer zeitgemäßen österreichischen Küche mit vorwiegend heimischen Zutaten besinnt. Angenehm unspektakulär intuitiv. Gault Millau nennt das 15 aus 20, was übersetzt so viel heisst wie zwei Hauben. Und da „oben“ wird die Luft schon ziemlich dünn. Aber das scheint dem jungen Wirt gar nicht so wichtig, er möchte schlicht, dass „sich seine Gäste wohl fühlen und auch satt werden“. Die Brandstätters sind der Typus moderne Wirtsleute, die wissen, dass es mehr gibt, als Hauben und Sterne und so dem Familienleben und ihren Kindern ausreichend Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Dafür muss man schon mal mit Traditionen brechen. Ein Besuch im Familienbetrieb.

Die Stammgäste dürften „not amused“ gewesen sein, als man sich im Wirts-Hause Brandstätter entschied, fortan neben dem freien Montag auch den (heiligen) Sonntag zu schließen, um am Leben der drei Töchter etwas mehr teilzuhaben, als sie zwischen Kochtopf, Service und Herd aufwachsen zu sehen. Ein glücklicher Umstand, den es in Gastro-Familien der Nachkriegsgeneration wohl nicht allzu oft gab. Das wird auch von Johannes Brandstätter bestätigt, der sich an wenig gemeinsame Qualitätszeit mit seinen Eltern erinnern kann, ohne ihnen einen Vorwurf machen zu wollen. Das war eben eine andere Zeit. Und zwar jene von 1973 bis 2001, als die Eltern den Betrieb führten.

„We are Family. Mittagessen exklusiv für die roten Bullen von nebenan“

Johannes Brandstätter fährt in seinen ehrwürdigen Mauern, die es schon gab, als der inhaftierte englische König Richard II. ermordet wurde, ein spannendes, duales System. Die Mittagszeit gehört der Belegschaft des gleich über der Wolfgangsee-Strasse gelegenen Red Bull Headquarters und das bedeutet, dass er zur Lunchtime ordentlich „delivern“ muss. Konkret zwischen 150 und 250 Essen, die aus seiner Küche kommen und in kurzer Zeit ihre Abnehmer finden müssen. Es ist eine gute Beziehung, die die Brandstätters, als auch die Fuschler an sich zum Energydrink-Weltkonzern pflegen. Blickt man in den Archiven österreichischer Wochenzeitschriften aber zurück ins Jahr 2004, knallen einem kolportierte Schauergeschichten wie „Mateschitz kauft ganz Fuschl auf“ oder er plane „eine Extrem-Mountainbike-Strecke mit Seilbahn“ auf einem seiner zwei Berge (Ellmaustein und Filbling), die er vor Jahren um umgerechnet 80 Mio. Schilling erwarb, vors Auge.

Zitate wie "In zehn Jahren schaut es hier ganz anders aus", legte man dem Milliardär in den Mund, die darauf hin im ganzen Ort die Runde machen. Aus heutiger Sicht ist die damalige Zukunft auch schon zwei Jahre Vergangenheit und so übel wurde Fuschl dann eh nicht zugerichtet. Red Bull ist immer noch da, der See ziemlich unverbaut und keine Extrem-Mountainbiker oder Seilbahnen am Hausberg, die den Fuschler Jungwald zerstören könnten. Alles ist gut, auch Red Bull-Stories werden scheinbar nicht so heiss gegessen, wie sie gerüchtegekocht werden. Genug der Flügel-Geschichten.

„Abends wird geläutet. Wir begrüßen alle Gäste persönlich“

Von Dienstag bis Samstag (ab 18 Uhr) gibt’s den Switch im Hause Brandstätter, denn dann soll Wohnzimmeratmosphäre mit maximal 20 bis 25 Gästen herrschen. Die zahlende Klientel soll sich nicht als Nummer fühlen, eh klar. Notwendig ist dafür ein anderes Setting, als es bei den Mittagsrationen für die Bullen-Belegschaft notwendig ist. Abends dominiert der Slowfood-Gedanke. Die Genusszeit. Angesprochen auf seine Lieblingskreationen, zeigt der Seewirt spontan Sympathie zu geschmortem Lammschlögel, Reinanke (Ein Traumfisch, wenn er nur, wie hier, in die richtigen Hände kommt!) oder klassischen Gerichte wie Tafelspitz.

Vielmehr als die gekonnt aufs Wesentliche reduzierte Küche, imponiert mir die Familienphilosophie, die hier konsequent gelebt wird. Die Botschaft, die der Brunnwirt aussendet, ist schon auch ein motivierender Appell an passionierten Handwerker, die die Gastronomie zwar lieben, jedoch ihre Familienzeit nicht dafür opfern möchten. Gerti und Johannes Brandstätter leben diese Antithese zur Nichtvereinbarkeit von beidem und das ist mehr als erfreulich. Der Vater von drei Töchtern weiß auch selbst, dass er vieles richtig gemacht hat. Denn die Älteste (18) verbringt die freien Tagen immer noch gerne und gänzlich freiwillig mit der Familie. Das ist gute Generationenarbeit.

Der Brunnwirt
c/o Familie Brandstätter
Wolfgangseestraße 11
5330 Fuschl am See
Telefon +43 (0)6226 8236
Mail office@brunnwirt.at
Web www.brunnwirt.at
Gault Millau: http://at.gaultmillau.com/restaurant/brunnwirt
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr

#darumFuschlsee - Die Menschen dahinter

Wir sind stolz auf unsere Region. Auf die Natur, die Berge, Seen und Almen. Ganz besonders aber auf die Menschen, die entweder direkt im Gästekontakt stehen oder auch oft unbeachtet im Hintergrund agieren. Jeder von ihnen ist gleich wertvoll, weil er oder sie der Region Fuschlsee ein Gesicht gibt und den Charakter der Destination formt. Diese Menschen haben alle was zu sagen. Und das tun sie hier.

#darumFuschlsee: weitere Menschen dahinter